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8. Oktober 2026 – Plenum

„Echte Vielfalt 2.0“: Regierungsplan liegt nicht vor

Der Aktionsplan „Echte Vielfalt“ soll weiterentwickelt werden. Im Landtag berichtet die Landesregierung über den aktuellen Stand und die geplanten Maßnahmen, der aktuelle Plan liegt dem Landtag allerdings nicht in Schriftform vor.

Aminata Touré (Grüne)
Bat um Entschuldigung dafür, dass der „Landesaktionsplan Echte Vielfalt 2.0“ dem Parlament nicht in Schriftform vorlag: Gleichstellungsministerin Aminata Touré (Grüne).
© Foto: Landtag, Sönke Ehlers

Mit Blick auf den Anschlag auf den Berliner Christopher Street Day (CSD) Ende Juli haben sich Vertreter aller Fraktionen zur Unterstützung der queeren Community im Lande bekannt. Grundlage der Debatte sollte der neu aufgelegte „Landesaktionsplan Echte Vielfalt 2.0“ sein – der allerdings dem Landtag nicht in schriftlicher Form vorlag. Deswegen fassten sich die Vertreter der Opposition kurz und kritisierten die Informationspolitik von Gleichstellungsministerin Aminata Touré (Grüne).

Die Ministerin berichtete, dass der neue Plan 40 Maßnahmen umfasse, etwa die Sensibilisierung von Lehrkräften, eine diskriminierungsfreie Gesundheitsversorgung sowie die Themen Kultur und Alter. 611.000 Euro stünden im Etat ihres Ministeriums für diese Zwecke bereit, so Touré. „Der Schutz, die Sichtbarkeit und das Einstehen für queere Menschen darf niemals aufhören“, betonte die Ministerin.

Viele offene Fragen

 

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Betonte, dass sie den neuen Aktionsplan ohne Einblick nicht beurteilen könne: Sophia Schiebe (SPD).
© Foto: Landtag, Sönke Ehlers

Dagmar Hildebrand (CDU) wies darauf hin, dass die Vielfalt „in der Fläche angekommen“ sei. Früher habe es CSD’s nur in Kiel, Lübeck und Flensburg gegeben, inzwischen werde auch in kleineren Orten wie Hohenlockstedt, Mölln, Husum oder Schleswig gefeiert und demonstriert. Jasper Balke (Grüne) forderte einen „erweiterten Sicherheitsbegriff“ für queere Menschen: „Sicherheit ist nicht nur die Abwesenheit von Gewalt, sondern auch die Sicherheit, man selbst sein zu dürfen“.

Sophia Schiebe (SPD) betonte, dass sie den neuen Aktionsplan nicht beurteilen könne, da sie nicht wisse, was sich genau hinter den 40 Einzelpunkten verberge. Auch Heiner Garg (FDP) sah viele offene Fragen: „Wer macht was, bis wann sollen die Ziele erreicht sein, welche finanziellen Mittel stehen bereit?“ Und Michael Schunck (SSW) schlug vor, das Thema noch einmal auf die Tagesordnung zu setzen, wenn das Papier dem Landtag vorliegt.

 

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Schlug vor, das Thema noch einmal auf die Tagesordnung zu setzen, wenn das Papier dem Landtag vorliegt: Michael Schunck (SSW).
© Foto: Landtag, Sönke Ehlers

Auf Initiative der Koalitionsfraktionen wird die Landesregierung im Plenum über den Sachstand zur Weiterentwicklung des „Landesaktionsplans Echte Vielfalt 2.0“ berichten. Schwarz-Grün legt darin dar, welche Schritte unternommen werden, um den Zielen des Aktionsplans in den nächsten Jahren gerecht zu werden.

Der „Landesaktionsplan Echte Vielfalt 2.0“ ist die Weiterentwicklung des seit 2014 bestehenden Aktionsplans des Landes zur Förderung der Akzeptanz sexueller und geschlechtlicher Vielfalt. Ziel ist es, Diskriminierung von lesbischen, schwulen, bisexuellen, transsexuellen, intersexuellen und queeren Menschen abzubauen sowie deren Gleichstellung und gesellschaftliche Teilhabe zu stärken.

Ausbau und Anpassung des bisherigen Plans

Mit dem „Aktionsplan Echte Vielfalt 2.0“ soll der bisherige Aktionsplan an aktuelle Entwicklungen angepasst und weiter ausgebaut werden. Vorgesehen sind unter anderem Maßnahmen zur Antidiskriminierung, zur Unterstützung von Beratungs- und Bildungsangeboten sowie zur Sichtbarkeit queerer Menschen. Die Weiterentwicklung erfolgt unter Beteiligung von Organisationen und Initiativen der queeren Zivilgesellschaft.

Top 36:

Antrag der Fraktionen von CDU und Bündnis 90/Die Grünen
Drucksache 20/4918