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9. Oktober 2026 – Plenum

Keine Modellregion für schwerkranke Kinder

Familien mit lebensverkürzend erkrankten Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen sollen besser unterstützt werden. Die FDP schlägt ein Modellprojekt vor, die Koalition will stattdessen bestehende Strukturen weiterentwickeln.

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Forderte „feste Ansprechpartner“, die Familien ab der Diagnose begleiten: Heiner Garg (FDP).
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In rund 50.000 Familien in Deutschland lebt ein Kind mit einer lebensverkürzenden Krankheit, die keine Aussicht auf Genesung bietet. Diese Zahl nennt der Bundesverband Kinderhospiz. Die Betreuung des Familienmitglieds dominiere häufig über Jahre den Alltag, betonen die Oppositionsfraktionen. Sie fordern deswegen mehr Unterstützung: Das Land soll gemeinsam mit Kommunen, Sozialbehörden und Hilfsanbietern ein Modellprojekt einrichten, um herauszuarbeiten, wie diese Familien besser beraten und betreut werden können. Schwarz-Grün lehnte das jedoch ab. Die Koalition will stattdessen die bestehenden Strukturen weiterentwickeln.

 

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Birte Pauls (SPD) rief die Koalition auf, „endlich ins Handeln zu kommen“.
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Heiner Garg (FDP), der die Debatte angestoßen hatte, forderte „feste Ansprechpartner“, die Familien ab der Diagnose begleiten, Hilfen koordinieren und sie bei der Beantragung von Leistungen unterstützen, „so lange es notwendig ist“ – also auch nach dem 18. Geburtstag. Hospiz- und Palliativversorgung, Pflege, Beratung sowie Jugend- und Eingliederungshilfe sollten stärker miteinander verzahnt werden. Eltern dürften nicht mit einer „Vielzahl unterschiedlicher Zuständigkeiten“ allein gelassen werden. Zwar gebe es viele Angebote, aber das bedeute nicht, „dass daraus eine gute Versorgung entsteht“, so Garg.

Vereinzelte Angebote reichen nicht

 

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Christian Dirschauer (SSW) forderte „mehr als vereinzelte Angebote hier und da“.
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Birte Pauls (SPD) rief die Koalition auf, „endlich ins Handeln zu kommen“, die Bedarfe zu ermitteln und neue Angebote zu schaffen. Dies wolle auch der Hospizverband seit langem. Christian Dirschauer (SSW) forderte „mehr als vereinzelte Angebote hier und da“.

 

 

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Andrea Tschacher (CDU): „Wir setzen auf die vorhandenen Versorgungsstrukturen.“
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„Wir beginnen bei diesem Thema nicht bei null“, erwiderte Andrea Tschacher (CDU): „Wir setzen auf die vorhandenen Versorgungsstrukturen.“ Die ambulante Betreuung müsse im Vordergrund stehen, damit die Betroffenen „möglichst selbstbestimmt mit ihren Familien im vertrauten Zuhause“ leben könnten.

Schwachstellen in der aktuellen Praxis

 

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Jasper Balke (Grüne): „Im Ziel sind wir uns einig, in der konkreten Ausgestaltung nicht.“
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Jasper Balke (Grüne) bekundete Sympathie für ein Modellprojekt. Allerdings: „Im Ziel sind wir uns einig, in der konkreten Ausgestaltung nicht.“ Das Land habe keine gesetzgeberische Kompetenz in diesem Bereich, betonte Balke. Stattdessen sei der Bund zuständig, und der habe „Chaos angerichtet“. Auch Sozialministerin Aminata Touré (Grüne) erkannte Schwachstellen in der aktuellen Praxis: „Die Sozialleistungen greifen häufig nicht ineinander.“ Sie kündigte an, sich das Problem „noch mal genau anzuschauen“.

 

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Sozialministerin Aminata Touré (Grüne) erkannte Schwachstellen in der aktuellen Praxis.
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Die FDP will die häusliche Versorgung von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen mit lebensverkürzenden Erkrankungen verbessern. Gemeinsam mit Kommunen, Leistungsträgern und Anbietern soll das Land ein Modellprojekt für eine regionale Anlauf- und Entlastungsstruktur für Betroffene bis zum 27. Lebensjahr und ihre Familien einrichten. Feste Ansprechpartner sollen Familien bereits ab der Diagnose begleiten, Hilfen koordinieren und sie bei der Beantragung von Leistungen unterstützen. Hospiz- und Palliativversorgung, Pflege, Beratung sowie Jugend- und Eingliederungshilfe sollen dabei stärker miteinander verzahnt werden.

Zur Begründung verweist die FDP auf die besondere Situation der Familien: Kinder und Jugendliche mit lebensverkürzenden Erkrankungen würden häufig über viele Jahre zu Hause versorgt und begleitet. Neben medizinischer und pflegerischer Unterstützung brauche es deshalb konkrete Entlastung im Familienalltag und Angebote, die auch Eltern und Geschwister einbeziehen. Besser begleitet werden sollen zudem die Übergänge zwischen Krankenhaus und häuslicher Versorgung sowie später ins Erwachsenenalter. Die Koalitionsfraktionen haben zum Thema einen Alternativantrag „Kinder- und Jugendhospizarbeit weiter stärken und Versorgungsstrukturen bedarfsgerecht weiterentwickeln“ eingebracht.

Kinderhospizarbeit bereits Thema im Landtag

Bereits im Februar des letzten Jahres hatte sich der Landtag mit der Versorgung lebensverkürzend erkrankter Kinder und Jugendlicher beschäftigt. Im Mittelpunkt stand damals insbesondere die Frage nach dem Bedarf für ein stationäres Kinderhospiz und der Weiterentwicklung ambulanter Angebote. FDP-Sozialpolitiker Heiner Garg betonte bereits damals, dass es sowohl im stationären als auch im ambulanten Bereich Bedarfe gebe, die genauer ermittelt werden müssten. Im Mai folgte ein Fachgespräch im Sozialausschuss mit Vertretern aus Kinderhospizarbeit und Palliativversorgung, bei dem auch die Vernetzung der Hilfsangebote und die Entlastung der Familien eine Rolle spielten. Der jetzige FDP-Antrag knüpft daran an und legt den Schwerpunkt auf eine koordinierte Unterstützung im häuslichen Umfeld.

Top 31:

Antrag der Fraktion der FDP
Drucksache 20/4910

Alternativantrag der Fraktionen von CDU und Grünen
Drucksache 20/4951