Die Kieler Christian-Albrechts-Universität ist Anfang Oktober erneut mit ihrer Bewerbung um den Titel Exzellenzuniversität gescheitert. Für die CAU war es bereits die vierte fehlgeschlagene Bewerbung seit 2005. Die FDP im Landtag spricht von einem „bitteren Rückschlag für den Wissenschaftsstandort Schleswig-Holstein“ und hat eine Aktuelle Stunde beantragt, unter dem Titel: „Wieder keine Exzellenzuniversität - Schleswig-Holstein braucht einen Neustart in der Hochschulpolitik“.
Die Liberalen werfen der Landesregierung einen „fatalen Kurs“ bei diesem Thema vor: „Empfindliche Kürzungen bei steigenden Kosten, eine anhaltende Wiederbesetzungssperre und ein erheblicher Sanierungsstau passen nicht zu dem Anspruch, im wissenschaftlichen Wettbewerb ganz vorne mitspielen zu wollen.“ Die CAU brauche „eine auskömmliche und verlässliche Grundfinanzierung, mehr Investitionen in den Campus und größere Freiräume zur Profilbildung“. Die Entscheidung gegen Kiel sei „für die CAU zunächst eine Enttäuschung“, sagte Wissenschaftsministerin Dorit Stenke (CDU). Doch schon mit dem erneuten Einzug in die Endrunde des Auswahlverfahrens sei der Kieler Uni „ein großer Erfolg gelungen“.
100 Millionen Euro an zusätzlichen Zuschüssen verpasst
Insgesamt hatten sich acht Universitäten und vier Verbünde auf die fünf neuen Exzellenzstandorte beworben. Bund und Länder stellen im Rahmen der Exzellenzstrategie jährlich 687 Millionen Euro zur Verfügung. 75 Prozent kommen jeweils vom Bund, 25 Prozent vom Land, in dem die Einrichtung ihren Sitz hat. Die neue Förderperiode beginnt am 1. Januar 2027 und läuft sieben Jahre. Die Uni Kiel verpasse somit 100 Millionen Euro an zusätzlichen Zuschüssen, klagt die Nord-FDP.
Der Titel Exzellenzuniversität wird gemeinsam von Bund und Ländern vergeben, die Auswahl trifft eine 39-köpfige „Exzellenzkommission“. Kiel hatte sich unter dem Titel „Connecting Horizons. From the Baltic Perspective to Global Impact“ beworben. Kernelemente waren die bestehenden Exzellenzcluster PMI für chronische Entzündungen im Bereich Medizin und ROOTS für die Erforschung menschlicher Lebensräume. Dort kommen Beiträge aus Bereichen wie Archäologie, Umwelt, Ernährung, Geschichte und Kultur. Sieger in dem Wettbewerb waren die Universitäten Freiburg, Jena und Köln. Als Verbund sind zudem die Universitäten Darmstadt, Mainz und Frankfurt am Main sowie die TU Dortmund und die Uni Bochum neue Exzellenz-Standorte.