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7. Oktober 2026 – Plenum

Uni Kiel: Exzellenz verpasst, Landesregierung in der Kritik

Die Kieler Universität hat den Sprung in den Kreis der deutschen Exzellenzuniversitäten erneut verpasst. Für die Opposition ist das auch ein Versagen der Landesregierung. Sie kritisiert fehlendes Geld, Personalabbau und schlechte Rahmenbedingungen.

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Christopher Vogt (FDP) warf Schwarz-Grün eine „chronische Unterfinanzierung“ der Hochschulen und einen „völlig planlosen Personalabbau“ vor.
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Der Hochschulstandort Schleswig-Holstein hinkt hinterher, weil die Landesregierung die Unis nicht ausreichend unterstützt - davon ist die Opposition überzeugt. Anlass der Aktuellen Stunde im Landtag: Die Kieler Christian-Albrechts-Universität (CAU) war Anfang Oktober erneut daran gescheitert, in den Kreis der deutschen „Exzellenzuniversitäten“ vorzustoßen. Es fehle der Regierung „an Strategie, an Mut, an ernsthaftem Interesse an unseren Hochschulen“, so FDP-Fraktionschef Christopher Vogt, der die Debatte angestoßen hatte. Wissenschaftsministerin Dorit Stenke (CDU) sprach von einer Enttäuschung. Kiel habe sich einem „sehr engen Wettbewerb“ gestellt, am Ende hätten andere Unis den Zuschlag bekommen. Dennoch habe die CAU gute Perspektiven.

Für die Uni Kiel war es bereits die vierte fehlgeschlagene Bewerbung seit 2005. Der Titel „Exzellenzuniversität“ wird von Bund und Ländern vergeben, die Auswahl trifft eine „Exzellenzkommission“. Kiel hatte sich unter dem Titel „Connecting Horizons. From the Baltic Perspective to Global Impact“ beworben. Kernelemente waren die bestehenden Exzellenzcluster PMI für chronische Entzündungen und ROOTS für die Erforschung menschlicher Lebensräume. Insgesamt hatten sich acht Universitäten und vier Verbünde auf die fünf neuen Exzellenzstandorte beworben. Bund und Länder stellen im Rahmen der Exzellenzstrategie jährlich 687 Millionen Euro zur Verfügung.

Scheitern als logische Folge

 

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Martin Habersaat (SPD): „Exzellenz fällt nicht vom Himmel,sie braucht gute Rahmenbedingungen.“
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Die Uni Kiel verpasse somit in den kommenden sieben Jahren insgesamt mehr als 100 Millionen Euro an Zuschüssen, klagte Vogt. Dies sei „monetär eine Art halbes Northvolt“. Das Scheitern sei kein Zufall, „sondern die logische Folge einer ambitionslosen Politik der Landesregierung“. Vogt warf Schwarz-Grün eine „chronische Unterfinanzierung“ der Hochschulen und einen „völlig planlosen Personalabbau“ vor.

 

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Jette Waldinger-Thiering (SSW): „Wie soll die CAU glänzen, wenn keine Professoren und Lehrkräfte eingestellt werden, wenn ganze Gebäude marode sind.“
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„Ambitionslos und desinteressiert“ lautete auch das Urteil von Martin Habersaat (SPD). Die Wiederbesetzungssperren an der Uni wie auch die Diskussion um die Schließung ganzer Fachbereiche seien „genau in der heißen Phase“ der Bewerbung aufgeflammt. „Exzellenz fällt nicht vom Himmel,sie braucht gute Rahmenbedingungen“, so Habersaat. Jette Waldinger-Thiering (SSW) warf die Frage auf, wie die CAU glänzen solle, „wenn keine Professoren und Lehrkräfte eingestellt werden, wenn ganze Gebäude marode sind“.

Spitze bei Ausgaben pro Studienplatz

 

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Wissenschaftsministerin Dorit Stenke (CDU): „Wir haben vom 2019 bis 2025 das Globalbudget um mehr als 23 Prozent gesteigert.“
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Ministerin Stenke betonte, die Bewerbung sei „ein großer Kraftakt“ für die Universität gewesen. „Bei so viel Qualität haben am Ende Nuancen entschieden“, so die Ministerin, und zwar „wissenschaftliche Forschungsnuancen und keine finanziellen Gründe“. Stenke verteidigte den Kurs der Landesregierung: „Wir haben vom 2019 bis 2025 das Globalbudget um mehr als 23 Prozent gesteigert.“ Die CAU habe „Planungssicherheit für die kommenden Jahre“, auch unter schwierigen Haushaltsbedingungen.

 

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Hob die Vorzüge Schleswig-Holsteins hervor: Lasse Petersdotter Munstermann (Grüne).
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Auch Lasse Petersdotter Munstermann (Grüne) hob die Vorzüge Schleswig-Holsteins hervor. Kein anderes Bundesland gebe pro Studienplatz so viel Geld aus, was an der großen Zahl an Medizinstudenten im Lande liege. Das Betreuungsverhältnis von Dezenten und Studenten sei im Norden „besser als in Bayern und Baden-Württemberg“. Zudem, so Martin Balasus (CDU), habe das Land 1,1 Milliarden Euro für Bauprojekte an der CAU „gewährt beziehungsweise zugesagt“. Er warnte vor einer „pauschalen und monokausalen Schuldzuweisung“ und rief dazu auf, die Forschungsvorhaben nun auch ohne den Exzellenztitel anzugehen.

 

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Martin Balasus (CDU) warnte vor einer „pauschalen und monokausalen Schuldzuweisung“.
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Die Kieler Christian-Albrechts-Universität ist Anfang Oktober erneut mit ihrer Bewerbung um den Titel Exzellenzuniversität gescheitert. Für die CAU war es bereits die vierte fehlgeschlagene Bewerbung seit 2005. Die FDP im Landtag spricht von einem „bitteren Rückschlag für den Wissenschaftsstandort Schleswig-Holstein“ und hat eine Aktuelle Stunde beantragt, unter dem Titel: „Wieder keine Exzellenzuniversität - Schleswig-Holstein braucht einen Neustart in der Hochschulpolitik“.

Die Liberalen werfen der Landesregierung einen „fatalen Kurs“ bei diesem Thema vor: „Empfindliche Kürzungen bei steigenden Kosten, eine anhaltende Wiederbesetzungssperre und ein erheblicher Sanierungsstau passen nicht zu dem Anspruch, im wissenschaftlichen Wettbewerb ganz vorne mitspielen zu wollen.“ Die CAU brauche „eine auskömmliche und verlässliche Grundfinanzierung, mehr Investitionen in den Campus und größere Freiräume zur Profilbildung“. Die Entscheidung gegen Kiel sei „für die CAU zunächst eine Enttäuschung“, sagte Wissenschaftsministerin Dorit Stenke (CDU). Doch schon mit dem erneuten Einzug in die Endrunde des Auswahlverfahrens sei der Kieler Uni „ein großer Erfolg gelungen“.

100 Millionen Euro an zusätzlichen Zuschüssen verpasst

Insgesamt hatten sich acht Universitäten und vier Verbünde auf die fünf neuen Exzellenzstandorte beworben. Bund und Länder stellen im Rahmen der Exzellenzstrategie jährlich 687 Millionen Euro zur Verfügung. 75 Prozent kommen jeweils vom Bund, 25 Prozent vom Land, in dem die Einrichtung ihren Sitz hat. Die neue Förderperiode beginnt am 1. Januar 2027 und läuft sieben Jahre. Die Uni Kiel verpasse somit 100 Millionen Euro an zusätzlichen Zuschüssen, klagt die Nord-FDP.

Der Titel Exzellenzuniversität wird gemeinsam von Bund und Ländern vergeben, die Auswahl trifft eine 39-köpfige „Exzellenzkommission“. Kiel hatte sich unter dem Titel „Connecting Horizons. From the Baltic Perspective to Global Impact“ beworben. Kernelemente waren die bestehenden Exzellenzcluster PMI für chronische Entzündungen im Bereich Medizin und ROOTS für die Erforschung menschlicher Lebensräume. Dort kommen Beiträge aus Bereichen wie Archäologie, Umwelt, Ernährung, Geschichte und Kultur. Sieger in dem Wettbewerb waren die Universitäten Freiburg, Jena und Köln. Als Verbund sind zudem die Universitäten Darmstadt, Mainz und Frankfurt am Main sowie die TU Dortmund und die Uni Bochum neue Exzellenz-Standorte. 

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