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8. Oktober 2026 – Plenum

Zweiter Bildungsweg soll einfacher werden

Immer mehr Jugendliche verlassen die Schulen ohne Abschluss. Die SPD fordert deshalb mehr Möglichkeiten für Erwachsene, Schulabschlüsse später nachzuholen, um Bildungs- und Erwerbschancen zu verbessern.

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Martin Habersaat (SPD): „Manchmal klappt Schule beim ersten Anlauf nicht.“
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Die SPD fordert verstärkte Anstrengungen für einen „zweiten Bildungsweg“ zum Schulabschluss: Erwachsene müssten bessere Möglichkeiten erhalten, den Ersten allgemeinbildenden Schulabschluss (ESA) und den Mittleren Schulabschluss (MSA) nachzuholen. „Manchmal klappt Schule beim ersten Anlauf nicht“, sagte der Sozialdemokrat Martin Habersaat. Deswegen müsse das Bildungssystem „zweite Chancen“ eröffnen, und zwar ohne „soziale Unwucht“. Denn aktuell sei zwar das nachgeholte Abitur über ein Abendgymnasien kostenfrei – für andere Abschlüsse könnten jedoch bis zu 1.700 Euro pro Schuljahr anfallen. „Das ist schwer zu erklären.“

 

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Bildungsministerin Dorit Stenke (CDU): „Es gibt sehr viel mehr Möglichkeiten, als es aktuell den jungen Menschen bekannt ist.“
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Vertreter der Koalition verwiesen auf die bestehenden Wege zum ESA und MSA. So gebe es die Ausbildungsvorbereitung (AV.SH) an den Berufsschulen und Kurse an den Volkshochschulen. „Es gibt sehr viel mehr Möglichkeiten, als es aktuell den jungen Menschen bekannt ist“, sagte Bildungsministerin Dorit Stenke (CDU). Die Informationen darüber müssten allerdings transparenter gestaltet werden.

Hohe Kosten für Nachholkurse

 

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Peer Knöfler (CDU) sah einen Bedarf an mehr Aufklärung.
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Peer Knöfler (CDU) sah ebenfalls einen Bedarf an mehr Aufklärung: „Wir sollten vielleicht ein barrierearmes, klares Informationssystem schaffen, damit Erwachsene auf einen Blick sehen, wo Kurse angeboten werden, welche Kosten oder Ermäßigungen anfallen und wie sie Familie, Beruf und Lernen ideal miteinander vereinbaren können.“ Zunächst müsse man herausfinden, „wie groß das Problem eigentlich ist“, so Uta Röpcke (Grüne). Erst dann stehe fest, „welche Angebote man gezielt ausbauen kann“.

 

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Zunächst müsse man herausfinden, „wie groß das Problem eigentlich ist“, so Uta Röpcke (Grüne).
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Aus der Opposition kam Unterstützung für die SPD. Im Jahr 2024 hätten 2.713 junge Menschen in Schleswig-Holstein die Schule ohne Abschluss verlassen, merkte Anne Riecke (FDP) an. Ein fehlender Bildungsabschluss dürfe jedoch „keine lebenslange Grenze“ sein. Auch sie störte sich an den hohen Kosten für die Nachholkurse an einigen Volkshochschulen. Zwar sei die Anmeldung zur ESA-Prüfung gratis, aber „was bringt ein kostenloser Prüfungsweg, wenn sich jemand die notwendige Vorbereitung nicht leisten kann?“

Ausschuss berät weiter

 

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Anne Riecke (FDP) störte sich an den hohen Kosten für die Nachholkurse an einigen Volkshochschulen.
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Aktuell sei es an 13 Volkshochschulen möglich, einen ESA-Vorbereitungskurs zu belegen, und zehn Standorten böten den MSA-Kurs an, betonte Jette Waldinger-Thiering (SSW): „Es müssen aber auch die kleinen Standorte fachlich so ausgestattet werden das sie kostenlose Vorbereitungskurse anbieten können.“ Der Bildungsausschuss berät das Thema weiter.

 

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Jette Waldinger-Thiering (SSW): „Es müssen auch die kleinen Standorte fachlich so ausgestattet werden das sie kostenlose Vorbereitungskurse anbieten können.“
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Rund zehn Prozent der Jugendlichen verlassen in Schleswig-Holstein die Schule ohne einen allgemeinbildenden Abschluss. Rechnet man diejenigen heraus, die eine Fördereinrichtung besuchen, so lag der Wert für das Jahr 2024 bei 5,3 Prozent. Die Tendenz ist steigend: 2017 waren es noch 3,6 Prozent. Vor diesem Hintergrund fordert die SPD verstärkte Anstrengungen für einen „zweiten Bildungsweg“: Erwachsene müssten bessere Möglichkeiten erhalten, den Ersten allgemeinbildenden Schulabschluss (ESA) und den Mittleren Schulabschluss (MSA) nachzuholen. „Jeder nachgeholte Schulabschluss verbessert individuelle Bildungs- und Erwerbschancen und kann zugleich gesellschaftliche Folgekosten reduzieren“, so die Sozialdemokraten.

Konkret will die SPD kostenlose Abendkurse an den beruflichen Schulen einrichten: „Während das Abitur an Abendgymnasien kostenfrei nachgeholt werden kann, ist ein entsprechendes verlässliches und kostenfreies Angebot für ESA und MSA nicht flächendeckend gewährleistet“. Der Unterricht solle vorwiegend in Präsenz erteilt werden, digitale Angebote sollen dies „sinnvoll ergänzen“. Unterrichtszeiten, Beratungsangebote und Unterstützungsstrukturen sollen so gestaltet werden, „dass eine Teilnahme neben Berufstätigkeit und familiären Verpflichtungen möglich ist“. Aktuell gibt es laut SPD eine Regelungslücke: Erwachsene würden nur dann in die Kurse an den beruflichen Schulen aufgenommen, „wenn zufällig Plätze frei sind“. Deswegen müssten „eigene Angebote und insbesondere berufsbegleitend erreichbare Abendkurse eingerichtet werden“.

Top 20:

Antrag der Fraktion der SPD
Drucksache 20/4857