
„Reinhard Heydrich. Karriere und Gewalt“: Besucherinnen und Besucher erkunden die gerade eröffnete Ausstellung.
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Landtag: Sönke Ehlers
Landtagspräsidentin Kristina Herbst hat gestern (27. Mai) zusammen mit der Direktorin der Stiftung Topographie des Terrors, Dr. Andrea Riedle, die Ausstellung „Reinhard Heydrich. Karriere und Gewalt“ eröffnet. An der Veranstaltung nahmen rund 100 Gäste aus Politik, Gesellschaft, Religionsgemeinschaften, Kultur und Erinnerungskultur teil. Herbst erinnerte in ihrer Begrüßung im Plenarsaal an die besondere historische Bedeutung des Landeshauses. Das heutige Zentrum der Demokratie in Schleswig-Holstein sei einst Marinestation der Ostsee gewesen – und damit auch Wirkungsstätte Reinhard Heydrichs während der letzten Jahre seiner Zeit in der Reichsmarine bis zum Jahr 1931.
„Mit der Präsentation dieser Ausstellung der Stiftung Topographie des Terrors im Landeshaus leistet der Landtag einen weiteren, notwendigen Beitrag zur öffentlichen Auseinandersetzung mit der deutschen Geschichte und der spezifischen Geschichte unseres Landes“, sagte Herbst. „Wir können und wir wollen unsere Vergangenheit nicht verschweigen!“ Die Landtagspräsidentin betonte zudem die Verantwortung, aus der Geschichte Konsequenzen für die Gegenwart zu ziehen: „Im Gedenken an die Opfer Heydrichs und des menschenverachtenden, verbrecherischen NS-Regimes dürfen wir nicht nachlassen, die Täter anzuklagen.“
Eine Austellung mit Perspektivenwechsel
An der Veranstaltung nahm auch die Gesandte-Botschaftsrätin der Tschechischen Republik in Deutschland, Hana Klučarová, teil. In ihrem Grußwort hob sie die Bedeutung des Attentats auf Heydrich als eine der „wichtigsten antinazistischen Widerstandstaten in ganz Europa“ hervor. Das Attentat und die anschließenden Vergeltungsmaßnahmen der deutschen Besatzer gegen die tschechische Bevölkerung seien ein „Schlüsselmoment der tschechischen Erinnerungskultur“. Klučarová betonte wie wichtig es für Bürger und Institutionen sei, diese Erinnerungen wach zu halten – die Ausstellung leiste dabei einen wichtigen Beitrag.
Die Direktorin der Stiftung Topographie des Terrors, Dr. Andrea Riedle, würdigte die Präsentation der Ausstellung im Landeshaus als besonderen Ort der historischen Auseinandersetzung: „Dass wir die Ausstellung hier im Schleswig-Holsteinischen Landtag zeigen können, ist für uns als Berliner Stiftung Topographie des Terrors etwas Besonderes. Denn Kiel ist eine wichtige Station in Heydrichs Biografie.“ Riedle hob hervor, dass die Ausstellung nicht allein die Biografie Heydrichs in den Mittelpunkt stelle, sondern die Strukturen und Entwicklung des nationalsozialistischen Terrorapparates, aber auch und die Perspektive der Opfer sichtbar mache. „Besonderen Wert legt die Ausstellung auf wiederkehrende Perspektivwechsel hin zu den Opfern der Verfolgungs- und Mordpolitik“, sagte sie.
Dr. Andrea Riedle führte in die Ausstellung ein: „Besonderen Wert legt die Ausstellung auf wiederkehrende Perspektivwechsel hin zu den Opfern der Verfolgungs- und Mordpolitik“.
Landtag: Sönke Ehlers
Die Ausstellung „Reinhard Heydrich. Karriere und Gewalt“ der Stiftung Topographie des Terrors ist vom 28. Mai bis zum 16. August 2026 täglich von 10 bis 18 Uhr im Landeshaus zu sehen. Der Eintritt ist frei. Für den Zutritt zum Landeshaus ist ein amtlicher Lichtbildausweis erforderlich.
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Reinhard Heydrich (1904–1942) machte im NS-Staat eine steile Karriere. In wenigen Jahren wurde er unter Heinrich Himmler zum mächtigsten Mann im Überwachungs- und Verfolgungsapparat von SS und Polizei. Heydrich trug die Verantwortung für zahllose Verbrechen, die Mitarbeiter der von ihm geleiteten Dienststellen verübten. Während des Zweiten Weltkriegs war er maßgeblicher Organisator des Holocaust. Als „Stellvertretender Reichsprotektor“ ging er im deutsch besetzten Teil der 1939 zerschlagenen Tschechoslowakei brutal gegen den dortigen Widerstand vor. Im Juni 1942 starb er an den Folgen eines Attentats in Prag. Das NS-Regime verklärte ihn fortan als „Märtyrer“.