Navigation und Service des Schleswig-Holsteinischen Landtags

Springe direkt zu:

Diese Webseite verwendet ausschließlich für die Funktionen der Website zwingend erforderliche Cookies.

Datenschutzerklärung

Pressefilter

Zurücksetzen
17.08.18
15:37 Uhr
B 90/Grüne

Eka von Kalben zum Kirchenasyl

Presseinformation

Landtagsfraktion Schleswig-Holstein Pressesprecherin Claudia Jacob Landeshaus Düsternbrooker Weg 70 24105 Kiel
Zentrale: 0431 / 988 – 1500 Durchwahl: 0431 / 988 - 1503 Mobil: 0172 / 541 83 53
presse@gruene.ltsh.de www.sh-gruene-fraktion.de
Nr. 289.18 / 17.08.2018
Kirchenasyl: Wir Grüne stehen an der Seite der Kirchen
Zum gestrigen (16. August 2018) Bericht des ARD-Magazins Monitor über das Kirchen- asyl sagt die Vorsitzende der Landtagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen, Eka von Kalben:
Wir Grüne stehen an der Seite der Kirchen. Mit dem Kirchenasyl lindern sie dort Not, wo das Asylsystem versagt. Es gibt auch im Rechtsstaat atypische Fälle, wo dann eine Härtefallkommission oder eben das Kirchenasyl greift. Als Grüne können wir uns des- wegen einer Verschärfung des Kirchenasyls nicht anschließen. Wir haben bereits An- fang des Jahres kritisiert, dass Innenminister Grote das Thema auf die Tagesordnung der Innenministerkonferenz (IMK) gesetzt hat, denn es gibt schon eine Einigung zwi- schen den Kirchen und dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF), an den sich alle Seiten halten sollen. Das war auch der Beschluss der Innenministerkonferenz.
Im Gegensatz zur Darstellung bei Monitor wurde das Kirchenasyl nicht generell verlän- gert, sondern in den Fällen, in denen die Unterlagen, die sogenannten Dossiers, nicht innerhalb von vier Wochen eingereicht werden. Das stellt die meist ehrenamtlichen Be- treuer*innen in den Kirchengemeinden vor große Herausforderungen. Für uns Grüne war es überraschend, dass auf der Innenministerkonferenz im Juli eine Verschärfung des Kirchenasyls beschlossen worden ist. Meinen Unmut darüber habe ich auch ge- genüber Innenminister Grote deutlich gemacht.
Die Darstellung im Monitor-Beitrag, die Grünen würden die Verschärfung stillschwei- gend hinnehmen, ist an den Haaren herbeigezogen. In Schleswig-Holstein haben wir im Vorfeld klar Stellung zum Kirchenasyl bezogen und wir haben uns darauf verlassen, dass die von CDU, Grünen und FDP dazu geschlossene Vereinbarung auch auf der In- nenministerkonferenz zum Ausdruck kommt. Tatsache ist, dass sich die Innenminister- konferenz einzig aus Ministern von CDU und SPD zusammensetzt und wir Grüne so Seite 1 von 2 keine Möglichkeit haben, direkt Einfluss auf die Entscheidungen des Gremiums zu nehmen.
Wir lehnen die Beschlüsse der Innenministerkonferenz vom Juli zum Kirchenasyl ent- schieden ab. Eine Verlängerung auf 18 Monate hebelt faktisch das Kirchenasyl aus. Es ist außerdem völlig unrealistisch zu glauben, dass Dossiers mit psychologischen Gut- achten in nur vier Wochen angefertigt werden können. In den kommenden Tagen wer- den wir gemeinsam mit unseren Koalitionspartner*innen beraten, was der Beschluss konkret für uns bedeutet. Wir Grüne werden uns vehement dafür einsetzen, dass das Instrument des Kirchenasyls auch weiterhin wirksames Mittel im Asylrecht bleibt und ei- ne umfassende Bewertung der neuen Regelungen vorantreiben.
***



2