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10.04.24
10:49 Uhr
SPD

Martin Habersaat zur Abschaffung des Fehlerquotienten

Heimo Zwischenberger Pressesprecher der SPD-Landtagsfraktion
Adresse Düsternbrooker Weg 70, 24105 Kiel Telefon 0431 988 13051 Telefax 0431 988 1308 E-Mail h.zwischenberger@spd.ltsh.de Webseite www.spd-fraktion-sh.de


PRESSEMITTEILUNG #90 - 10.04.2024
Martin Habersaat: Zur Abschaffung des Fehlerquotienten Die Kultusministerkonferenz hat 2022 Bildungsstandards für die Fächer Mathematik und Deutsch für die Primarstufe und für die Sekundarstufe I beschlossen und die Vorgaben für die Sekundarstufe II geändert. Deshalb ist eine Überarbeitung der Fachanforderungen erforderlich, in deren Rahmen in Schleswig-Holstein auch der Fehlerquotient im Fach Deutsch entfallen soll. Dazu sagt Martin Habersaat, bildungspolitischer Sprecher der SPD-Landtagsfraktion:
„Man stelle sich für einen Moment vor, eine SPD-Bildungsministerin hätte dem ‚Heimat- und Sachunterricht‘ die ‚Heimat‘ genommen oder – aktueller - im Deutschunterricht die Bedeutung der Rechtschreibung geschwächt, indem sie den Fehlerquotienten ohne große Diskussion abschafft. Das Geheul aufseiten der CDU wäre riesig gewesen. Nun stammen diese Entscheidungen aber nicht von einer SPD-Ministerin, sondern von Karin Prien. Deshalb hören wir von der CDU lautes Schweigen.
Aus Sicht einer Deutschlehrkraft mit Erfahrungen auf beiden Seiten der Landesgrenze kann ich sagen: Durch den Wegfall des nervigen Wörterzählens und des Quotienten entfällt künftig auch ein wesentlicher Unterschied in der Bewertungspraxis zwischen Hamburg und Schleswig- Holstein. Es führt aber aller Rechtschreibprogramme zum Trotz kein Weg daran vorbei, den Wert einer korrekten Rechtschreibung zu vermitteln und sich auch quantitativ mit den eigenen Fehlern auseinanderzusetzen. Diktate, die als Klassenarbeit ohnehin nicht verbindlich vorgeschrieben sind, leisten das nicht, eben weil hier keine eigenen Texte produziert werden. Wer sieht, in welchen Bereichen er seine Fehlerschwerpunkte hat und sich mit diesen beschäftigt, wird sich in diesen Bereichen verbessern. Allerdings nur, solange die Botschaft nicht lautet, Rechtschreibung sei nicht (mehr) so wichtig.
Grundsätzlich ist der Weg der KMK richtig: Über zentral vorgegebene Bildungsstandards soll die Vergleichbarkeit dessen gewährleistet werden, was Deutschlands Schulen den Schülerinnen und Schülern vermitteln. Die KMK verlangt durchaus korrekte Rechtschreibung und Zeichensetzung, die Kenntnis von Rechtschreibstrategien und Rechtschreibhilfen und die Fähigkeit, eigene Texte zu überprüfen und zu korrigieren. Das alles gilt es in Schleswig-Holstein zu erreichen. Allein durch die Streichung des Fehlerquotienten wird jedoch nichts besser werden.
Bei der jüngsten IQB-Studie erlebte Schleswig-Holstein im Fach Deutsch ein Desaster. Bislang hat die Bildungsministerin darauf mit Einsparungen im DaZ-Bereich reagiert und mit der Ankündigung, die Stellenversorgung der Schulen zu verschlechtern. Und das Programm „Leseband.SH“ ist gestartet. An 15 (von knapp 800) Schulen in Schleswig-Holstein. Eine Antwort darauf, wie Karin Prien die Lage an den Schulen und die Leistungen der Schülerinnen und Schüler flächendeckend verbessern will, haben wir noch nicht gehört. Und wir sind gespannt,
1 wie die Rechtschreibleistungen ohne Fehlerquotienten „gerechter“ bewertet werden sollen. Gibt es für Frau Prien künftig schlimme Rechtschreibfehler (Lehrer*in) und weniger schlimme (alle anderen)?“



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