Mit deutlichen und klaren Worten hat der Landtag das Ansinnen der AfD zurückgewiesen, die Rundfunkstaatsverträge zu kündigen. Die Partei versuche eine Abschaffung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks, hieß es. Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) erklärte in Richtung AfD: „Sie stören sich an dem Programm. Es ist aber verfassungswidrig, dann so damit umzugehen“.
Ein klares Bekenntnis für unabhängige Medien sei unabdingbar für eine Demokratie. „Aufgabe von Medien ist die Kontrolle von Politik und Parteien. Wir setzen Unwahrheiten diese unabhängige Berichterstattung entgegen“, so Günther.
Volker Schnurrbusch (AfD) begründete den Vorstoß damit, dass sich die Medienlandschaft in den vergangenen Jahren deutlich verändert habe. „Fast 25 Prozent der Leute nutzen individuelle Film- und Fernsehgestaltung. Das steht im Widerspruch zum überbordenden Angebot des öffentlichen Rundfunks, der von Zwangsgebühren finanziert wird“, sagte er. Zudem hätten Sender wie NDR, ARD oder ZDF die politische Berichterstattung vernachlässigt.
Rundfunk ist „Verfassungsauftrag des Grundgesetzes“
Alle anderen Fraktionen wiesen das entschieden zurück. „Wir stehen für einen starken, unabhängigen und vor allem staatsfernen öffentlichen Rundfunk“, machte Tim Brockmann (CDU) deutlich. Die AfD könne nur keine kritische Berichterstattung über die eigene Partei ertragen. „Im Zweifel verlassen ihre Mitglieder ja sogar Talkshows“, so Brockmann.
Stefan Weber (SPD) mutmaßte, der AfD gehe es letztlich um die Zerschlagung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks. „Sie sind gegen die journalistische Freiheit“, konstatierte er und betonte, der öffentlich-rechtliche Rundfunk entspreche „voll dem Verfassungsauftrag des Grundgesetzes.“
Lasse Petersdotter (Grüne) nannte den Antrag „eine populistische Duftnote“, den die AfD bisher ohne jeden Erfolg in jedes Landesparlament getragen habe, in das die Partei eingezogen sei. Auch Kay Richert (FDP) bekannte sich klar zum öffentlich-rechtlichen Rundfunk. „Das ist ein Kollektiv, das allein durch seine Berichterstattung zu mehr Qualität beiträgt.“
Lars Harms (SSW) sprach von „Medienbashing“. Die AfD wolle die Unabhängigkeit der Berichterstattung brechen. Während die Partei immer wieder von „Lügenpresse“ spreche, falle sie aber selbst durch „das Verbreiten von Halbwahrheiten und Schnellschüssen auf sozialen Plattformen“ auf, so Harms.