
Jette Waldinger-Thiering (SSW): „Wir brauchen wieder mehr Planungssicherheit für die Theater.“
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Foto: Landtag, Sönke Ehlers
Über die Bedeutung der Theaterlandschaft für Schleswig-Holstein herrschte im Landtag breite Einigkeit: Die Bühnen seien kulturelle Ankerpunkte, Orte gesellschaftlicher und politischer Debatten und nicht zuletzt wichtige Arbeitgeber, hieß es aus allen Fraktionen. Gleichzeitig stünden insbesondere die öffentlichen Theater wegen steigender Tarif- und Betriebskosten, wachsender Investitionsbedarfe und struktureller Defizite zunehmend unter finanziellem Druck. Unterschiedliche Auffassungen gab es allerdings darüber, wie die Kultureinrichtungen angesichts ihrer schwierigen Situation unterstützt und finanziell abgesichert werden sollen: Während SSW und SPD eine zügige Fortschreibung des bestehenden Theaterkonzeptes aus dem Jahr 2013 für die Jahre 2026 bis 2031 fordern, setzen Koalition, Landesregierung und FDP zunächst auf eine umfassende Bestandsaufnahme der Theaterlandschaft.
„Wir haben es in der Vergangenheit immer wieder hinbekommen, den Betrieb von Theatern abzusichern oder neu aufzustellen“, sagte Jette Waldinger-Thiering (SSW). „Und uns ist sehr daran gelegen, dass uns das wieder gelingt.“ Es sei daher essenziell, das bestehende Theaterkonzept fortzuschreiben und dabei auch freie sowie private Bühnen stärker einzubeziehen „Wir brauchen wieder mehr Planungssicherheit für die Theater“, sagte die Abgeordnete mit Blick auf steigende Kosten und wachsende Defizite. Gerade das Landestheater stehe erneut vor großen finanziellen Herausforderungen. Die Koalition lasse jedoch den nötigen politischen Ehrgeiz vermissen.
Flächendeckendes Theaterangebot vorhanden

Anette Röttger (CDU) betonte, trotz schwieriger Haushaltslagen sei es bislang stets gelungen, ein „fast flächendeckendes und gut angenommenes Theaterangebot“ zu erhalten.
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Für die Koalition betonte Anette Röttger (CDU), dass sich die bestehende Theaterstruktur und deren Finanzierung grundsätzlich bewährt hätten. Trotz schwieriger Haushaltslagen sei es bislang stets gelungen, ein „fast flächendeckendes und gut angenommenes Theaterangebot“ zu erhalten. Das liege auch an der Unterstützung des Landes, die in den vergangenen Jahren kontinuierlich ausgeweitet worden sei. So habe man etwa die Mittel über den kommunalen Finanzausgleich erhöht, um steigende Tarifkosten teilweise aufzufangen.

Uta Röpcke (Grüne) sagte, es brauche eine neue Bestandsaufnahme der Theaterlandschaft.
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Uta Röpcke (Grüne) ergänzte, man teile zwar viele Gedanken des SSW-Antrags, zunächst brauche es jedoch eine neue Bestandsaufnahme der Theaterlandschaft. Diese sei „in Form einer Organisationsentwicklung bereits in Auftrag gegeben“, sagte die Abgeordnete. Im Anschluss könne über die Weiterentwicklung des bestehenden Konzeptes beraten werden.

Beate Raudies (SPD): „Wir brauchen keine weiteren Erhebungen über Besucherzahlen, um zu wissen, dass es brennt.“
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Beate Raudies (SPD) zeichnete in der Debatte das Bild „zweier Welten“. Während Theater und Kommunen wegen steigender Kosten und sinkender finanzieller Spielräume zunehmend unter Druck gerieten, rede die Koalition die Probleme klein und verliere sich in weiteren Untersuchungen. Dabei sei die Fortschreibung des Konzeptes wichtig, um den Häusern langfristige Planungs- und Finanzierungssicherheit zu geben. „Wir brauchen keine weiteren Erhebungen über Besucherzahlen, um zu wissen, dass es brennt“, sagte Raudies. Der Alternativantrag sei nicht mehr als eine „Nebelkerze“, der „nur dazu dient, sich über die aktuelle Legislaturperiode zu retten“.
FDP-Fraktion für Überweisung in den Bildungsausschuss

Anne Riecke (FDP): „Wir müssen uns auch die Frage stellen, wie Theater ihr Publikum wieder dauerhaft erreichen können.“
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Anne Riecke (FDP) plädierte für den Weg einer Bestandsaufnahme der Theaterlandschaft. Neben Finanzierungsfragen müsse es dabei auch um die Zukunftsfähigkeit der Bühnen, kulturelle Angebote in der Fläche sowie die Situation kleinerer Theater und Kulturschaffender gehen. „Wir müssen uns auch die Frage stellen, wie Theater ihr Publikum wieder dauerhaft erreichen können“, sagte die Liberale. Riecke regte an, beide Anträge zunächst im Ausschuss weiter zu beraten und dort Vertreterinnen und Vertreter der Theater sowie Kommunen und Kulturverbände anzuhören. Dafür fand sich im Plenum allerdings keine Mehrheit.

Bildungs- und Kulturministerin Dorit Stenke: „Wir werden alles dafür tun, die Theaterlandschaft zwischen den Meeren zu erhalten und zu stärken.“
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Bildungs- und Kulturministerin Dorit Stenke hob zum Ende der Debatte hervor, dass die öffentlichen Theater den Zugang zu Kultur im ganzen Land sicherten und deshalb weiterhin Unterstützung benötigten. „Es ist nötig, dass wir uns alle daran beteiligen, denn die öffentlichen Bühnen stehen vor großen finanziellen Herausforderungen“, betonte die Ministerin. Doch die bereits beauftragte Organisationsuntersuchung, in der verschiedene Szenarien etwa zur Finanzierung und Strukturentwicklung betrachtet werden sollen, sei wichtig, „damit wir eine wirklich belastbare Basis für weitere Gespräche haben“. „Denn eines stehe fest“, sagte die Ministerin: „Wir werden alles dafür tun, die Theaterlandschaft zwischen den Meeren zu erhalten und zu stärken.“
Der Antrag des SSW auf Fortschreibung des Theaterkonzeptes wurde mit den Stimmen der Koalition abgelehnt. Der Alternativantrag von CDU und Grünen wurde mit den Stimmen der Koalitionsfraktionen bei Enthaltung der FDP angenommen.