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8. Mai 2026 – Plenum

Land fördert Fallenjagd auf invasive Arten

CDU und Grüne wollen mit 50.000 Euro Nutria, Marderhund und Waschbär im Land regulieren. Die Tiere bedrohen Deiche, Lebensräume seltener Arten und landwirtschaftliche Flächen – die neuen Maßnahmen sollen Hochwasser-Risiken senken und Schäden begrenzen.

Manfred Uekermann (CDU)
Betonte die Gefahr der invasiven Arten für den Schutz der Deiche und das Ökosystem: Der CDU-Abgeordnete Manfred Uekermann.
© Foto: Landtag, Sönke Ehlers

CDU und Grüne stellen Fördermittel in Höhe von 50.000 Euro zur Verfügung, um die Fallenjagd künftig zentral im Bereich Forstwirtschaft und Jagd bündeln. Ziel ist es, invasive Arten wie Nutria, Waschbär und Marderhund stärker zu regulieren. Die Regierungsfraktionen sehen darin einen wichtigen Beitrag zum Küsten- und Hochwasserschutz, da die Tiere Deiche und Schutzanlagen beschädigen können. Gemeinsam mit der Jägerschaft sollen dafür wirksame Maßnahmen entwickelt werden, um Schäden an Natur- und Landwirtschaftsflächen zu begrenzen.

Der CDU-Abgeordnete Manfred Uekermann betonte die Gefahr der invasiven Arten für den Schutz der Deiche und das Ökosystem. Nutrias grüben weit verzweigte Bausysteme in Ufer und Böschungen, diese würden dann instabil. Die Gefahr durch diese Hohlräume sei von außen nicht zu erkennen, so Uekermann. „Wir brauchen kein punktuelles Reagieren, sondern ein dauerhaftes Management dieser Arten.“

Landesmittel sinnvoll einsetzen

 

Silke Backsen (Grüne)
Silke Backsen (Grüne) erklärte, dass sich die Nutria-Population zwischen 2015 und 2022 verdoppelt habe.
© Foto: Landtag, Sönke Ehlers

Silke Backsen (Grüne) erklärte, dass sich die Nutria-Population in Deutschland trotz eines suboptimalen Klimas zwischen 2015 und 2022 verdoppelt habe. Um eine tatsächliche Reduktion der Bestände zu erreichen, solle unter Federführung der obersten Jagdbehörde und gemeinsam mit den relevanten Akteuren an Lösungen gearbeitet werden, um die Landesmittel sinnvoll einzusetzen.

 

Sandra Redmann (SPD)
Sandra Redmann (SPD) forderte ein „ abgestimmtes Management zwischen Küstenschutz, Naturschutz, Wissenschaft, Wasserwirtschaft und Jägerschaft“.
© Foto: Landtag, Sönke Ehlers

Die SPD-Abgeordnete Sandra Redmann kritisierte den Antrag, da wissenschaftliche Grundlagen fehlten. Man brauche „mehr als jagdpolitische Symbolpolitik“, um diese Fragen ernsthaft zu lösen, sagte Redmann. Sie forderte ein „abgestimmtes Management zwischen Küstenschutz, Naturschutz, Wissenschaft, Wasserwirtschaft und Jägerschaft“.

Nicht jede Maßnahme sinnvoll

 

Anne Riecke (FDP)
Anne Riecke (FDP): „Wir brauchen einen Ansatz, der wirksam, verhältnismäßig und praxisnah ist.“
© Foto: Landtag, Sönke Ehlers

Anne Riecke (FDP) sagte, dass der Antrag der Koalition richtige Ansätze beinhalte, etwa den Schutz der Deiche, aber nicht jede Maßnahme sei automatisch sinnvoll. Riecke forderte: „Wir brauchen einen Ansatz, der wirksam, verhältnismäßig und praxisnah ist.“ Hier seien drei Punkte wichtig: Prävention, klare Prioritäten, welche Arten die meisten Schäden anrichteten, und eine Zusammenarbeit mit lokalen Akteuren.

 

Michael Schunck (SSW)
Dr. Michael Schunck (SSW): „Ein einzelner Marderhund kann in einer Nacht eine ganze Brutkolonie vernichten.“
© Foto: Landtag, Sönke Ehlers

Dr. Michael Schunck (SSW) forderte eine spezifische Strategie für den Insel- und Halligenschutz. Besonders der Marderhund sei dort eine Bedrohung für die heimische Vogelwelt. „Ein einzelner Marderhund kann in einer Nacht eine ganze Brutkolonie vernichten.“ erklärte Schunck. Als Lösung schlug er eine Bejagung nach dem skandinavischen Vorbild vor, das auf moderne Methoden, wie den Einsatz von Wärmebildkameradrohnen, setze.

Geld Grundlage zur Eindämmung

 

Cornelia Schmachtenberg (CDU)
Landwirtschaftsministerin Cornelia Schmachtenberg (CDU): Invasive Arten „greifen in ökologische Strukturen ein und verursachen Schäden in Natur und Landschaft, die wir nicht ignorieren können“.
© Foto: Landtag, Sönke Ehlers

Landwirtschaftsministerin Cornelia Schmachtenberg (CDU) hob hervor, dass auch landwirtschaftliche Flächen von der Untergrabung durch Nutrias betroffen seien. Sie warnte: Invasive Arten „greifen in ökologische Strukturen ein und verursachen Schäden in Natur und Landschaft, die wir nicht ignorieren können“. Die Bereitstellung der 50.000 Euro werde eine Grundlage schaffen, um örtliche Projekte zur Eindämmung von Nutrias, Marderhunden und Waschbären zu starten.

 

Die Landesregierung soll die bereitgestellten Mittel zur Unterstützung der Fallenjagd künftig im Bereich Forstwirtschaft und Jagd bündeln, fordert ein Antrag der Regierungsfraktionen von CDU und Grünen. Zusammen mit der Jägerschaft könnten passende Maßnahmen für die Regulierung jagdbarer invasiver Arten wie Marderhund, Waschbär und Nutria entwickelt werden.

Die Antragsteller argumentieren, dass die Stabilität von Deichen und die Sicherheit der Küsten- und Hochwasserschutzanlagen durch die Ausbreitung der invasiven Arten gefährdet seien. Die Reduzierung der Bestände würde einen wichtigen Beitrag zum Bevölkerungs- und Küstenschutz leisten.

Schäden an Teichen und Gefahr für Vieh

Seit 2016 gelten Nutrias in der Europäischen Union als invasive, gebietsfremde Art. Laut NABU sind die sich schnell vermehrenden Tiere inzwischen in allen Bundesländern verbreitet. Nutrias werden gejagt, weil sie Uferböschungen und Deiche untergraben und damit Hochwasser-Risiken erhöhen. Durch das Abfressen der Uferpflanzen zerstören sie Lebensräume seltener Arten und verhindern die Wiederherstellung von naturnahen Lebensräumen. Landwirte kritisieren die derzeitige Situation, da Kühe in von Nutrias gegrabene Löcher einbrechen können. Auch in Städten verursachen sie Schäden an Parks, Friedhöfen, Regenrückhaltebecken und Uferanlagen.

TOP 53:

Antrag der Fraktionen von CDU und Bündnis 90/Die Grünen

– Drucksache 20/4401