Gemeinschaftsschulen ohne Oberstufe leisten laut der SPD-Fraktion einen wichtigen Beitrag zur Bildungslandschaft, da sie ein wohnortnahes Lernen ermöglichen und zur sozialen Integration beitragen. Ziel der Großen Anfrage ist es, die spezifischen Herausforderungen und Bedarfe dieser Schulform zu identifizieren. Im Fokus der Frageliste steht die Situation der Lehrkräfte, die Absicherung des Unterrichts und die Kooperation mit berufsbildenden Schulen.
Die Anfrage bezieht sich auf die 136 Gemeinschaftsschulen ohne Oberstufe. 387 Seiten lang ist die Antwort des Ministeriums für Allgemeine und Berufliche Bildung, Wissenschaft, Forschung und Kultur (MBWFK). Unter anderem zeigen die Daten einen aktuellen Fachkräftemangel in Englisch, Informatik, Mathematik, Physik und Technik; zudem wird erwartet, dass dieser Mangel künftig alle genannten Fächer einschließlich Chemie, Kunst und Musik betrifft. An Gemeinschaftsschulen unterrichten teilweise Lehrkräfte in Fächern, die sie nicht studiert haben. Im Schuljahr 2024/25 lag ihr Anteil bei 28,4 Prozent in Physik, 16,8 Prozent in Mathematik und 12,5 Prozent in den Fremdsprachen.
Kritik an der Antwort der Regierung
Im Bereich Digitalisierung gibt es weitere Mängel: 13 Schulen gaben an, kein stabiles Wlan zu haben, welches alle erforderlichen Räume abdecke. Auch bei der Wartung der digitalen Geräte oder der digitalen Infrastruktur gibt es Lücken: In 34,5 Prozent der Schulen sind Lehrkräfte für die Wartung zuständig. 10,8 Prozent der Schulen nutzen externe Firmen und 51,3 Prozent der Schulen lassen die Wartungen von Mitarbeitern des Schulträgers durchführen.
Der „Gemeinnützige Gesellschaft Gesamtschule – Verband für Schulen des gemeinsamen Lernens e.V.“ kritisiert die Antwort des MBWFK: Die Zahlen in den Antworten des MBWFK würden nur als „Rohdaten“ vorliegen und diese würden die Sachverhalte nicht deutlich zeigen. Zur besseren Verständlichkeit hätten die Daten in Vergleichszahlen oder Prozente umgerechnet werden können.