Schleswig-Holstein braucht mehr Wohnraum, doch wie soll dieser geschaffen werden? Die Begründungen eines SPD-Antrags und eines Gesetzentwurfs von CDU/Grünen kommen zum gleichen Ergebnis: Ein erheblicher Teil des Wohnraummangels kann nicht nur durch Neubau, sondern auch durch eine bessere Nutzung des bestehenden Gebäudebestands gelöst werden. Der Gesetzentwurf und der Antrag verfolgen dabei unterschiedliche Ansätze.
Der SPD-Antrag zielt darauf ab, vorhandene Wohnflächen besser zu nutzen und dadurch zusätzlichen Wohnraum zu schaffen. Als Hintergrund wird die zunehmende Zahl kleiner Haushalte und alleinlebender Personen angeführt, wodurch viele Einfamilienhäuser nach dem Auszug der Kinder oder dem Tod eines Partners nur noch teilweise genutzt würden. Eigentümerinnen und Eigentümer sollen durch Informationsangebote, Beratungsstellen sowie finanzielle Förderungen dabei unterstützt werden, ihren Wohnraum zu teilen, unterzuvermieten oder ihre Häuser entsprechend umzubauen. So sollen bestehende Hemmnisse abgebaut und ungenutzte Wohnflächen für den Wohnungsmarkt aktiviert werden.
Rückgang bei Wohnungsfertigstellungen 2025
Der Gesetzentwurf von CDU und Grünen verfolgt das Ziel, die Schaffung von Wohnraum im Gebäudebestand durch eine Vereinfachung der Landesbauordnung zu erleichtern. Ausgangspunkt ist die Erkenntnis, dass Umbauten, Aufstockungen und Umnutzungen bestehender Gebäude häufig schneller, kostengünstiger und ressourcenschonender realisiert werden können als Neubauten. Nach Auffassung der Koalitionsfraktionen würden solche Maßnahmen bislang durch komplexe bauordnungsrechtliche Anforderungen erschwert. Zudem sollen technische Anforderungen vereinfacht und die Landesbauordnung stärker auf das Bauen im Bestand ausgerichtet werden, um die Wohnraumschaffung zu beschleunigen und nachhaltiger zu gestalten.
Im Jahr 2025 wurden in Schleswig-Holstein 8.942 Wohnungen fertiggestellt, was einem Rückgang von 19 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Von den fertiggestellten Wohnungen entstanden 7.895 in Neubauten und 1.047 durch Baumaßnahmen an bestehenden Gebäuden. Der Großteil der Neubauwohnungen wurde im Geschosswohnungsbau geschaffen, während weitere Wohnungen in Ein- und Zweifamilienhäusern, Wohnheimen sowie umgebauten Nichtwohngebäuden wie Büro- oder Betriebsgebäuden entstanden. Die meisten neuen Wohnungen wurden in den Kreisen Nordfriesland, Segeberg und Ostholstein fertiggestellt.