
Großer Andrang beim Grillfest für Menschen in besonderen Lebenslagen in Norderstedt
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Foto: Landtag, Sophie Seidel
Landtagspräsidentin Kristina Herbst hat heute (11. September) gemeinsam mit Abgeordneten des Schleswig-Holsteinischen Landtages ein Grillfest für Menschen in besonderen Lebenslagen in Norderstedt eröffnet. In der Tagesaufenthaltsstätte (TAS) im Lotsenhaus setzte sie am Tag der Wohnungslosen ein Zeichen für Wertschätzung, Solidarität und gesellschaftliche Teilhabe.
„Mit unserem Sommerfest wollen wir den Blick auf die Menschen richten, die häufig im Alltag übersehen werden - das gehört aus meiner Sicht auch zu meinen Aufgaben als Präsidentin des Schleswig-Holsteinischen Landtages. Menschen in schwierigen Lebenslagen dürfen nicht auf ihre Notlage reduziert werden. Sie gehören zu unserer Gesellschaft – mit derselben Würde, mit denselben Rechten und mit demselben Anspruch darauf, gehört und gesehen zu werden“, sagte Herbst nach der Eröffnung des Festes. Das Grillfest solle deshalb vor allem Raum für persönliche Begegnungen schaffen: „Wir wollen nicht übereinander, sondern miteinander reden. Denn hinter Wohnungslosigkeit stehen immer einzelne Menschen, persönliche Geschichten und sehr unterschiedliche Lebenswege.“
Landtagspräsidentin Kristina Herbst: „Mit unserem Sommerfest wollen wir den Blick auf die Menschen richten, die häufig im Alltag übersehen werden“
Foto: Landtag, Sophie Seidel
Herbst: „Zahlen dürfen uns nicht gleichgültig lassen“
Anlass des Grillfestes ist der heutige Tag der Wohnungslosen. Zum Stichtag 31. Januar 2026 waren in Schleswig-Holstein knapp 29.000 Menschen in Notunterkünften untergebracht. Nicht erfasst sind dabei Menschen, die vorübergehend bei Freunden oder Verwandten leben oder auf der Straße schlafen. „Diese Zahlen dürfen uns nicht gleichgültig lassen. Zu einer demokratischen Gesellschaft gehört die soziale Verantwortung füreinander. Solidarität und Mitmenschlichkeit sind keine abstrakten Begriffe – sie müssen im Alltag gelebt werden“, betonte die Landtagspräsidentin.
Herbst würdigte zugleich die Arbeit der haupt- und ehrenamtlich Beschäftigten in der Wohnungslosenhilfe. Die Diakonie unterhält in Schleswig-Holstein insgesamt 36 Beratungsstellen, Tagestreffs und Notunterkünfte; hinzu kommen die Bahnhofsmissionen als weitere Anlaufstellen. „Mein ausdrücklicher Dank gilt der Diakonie Schleswig-Holstein und Landespastor Heiko Naß und ganz besonders der TAS Norderstedt unter der Leitung von Tabea Müller. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sorgen hier jeden Tag ganz konkret dafür, dass Menschen Unterstützung, Beratung und vor allem menschliche Zuwendung erfahren“, sagte Herbst.
Tag der wohnungslosen Menschen
Der bundesweite Tag der wohnungslosen Menschen findet jährlich am 11. September statt. Er wurde 1993 von der Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe (BAG W) ins Leben gerufen und macht mit Aktionen und Veranstaltungen auf Wohnungslosigkeit und Wohnungsnot aufmerksam. 2026 steht der Aktionstag unter dem Motto „Hinschauen. Aktiv werden. – Gemeinsam gegen Wohnungsnot“.
Abgeordnete verschiedener Fraktionen feiern mit
Gemeinsam mit der Landtagspräsidentin nahmen Abgeordnete verschiedener Fraktionen des Schleswig-Holsteinischen Landtages an dem Fest teil. Herbst hob hervor, der Einsatz für Menschen in schwierigen Lebenssituationen sei keine Angelegenheit einer einzelnen politischen Richtung: „Soziale Verantwortung gehört zum Selbstverständnis unseres demokratischen Gemeinwesens. Unser Fest kann keine Wohnung schaffen und keine persönliche Notlage lösen. Aber es kann Begegnungen ermöglichen und Aufmerksamkeit schaffen. Vor allem können wir den Menschen hier deutlich machen: Wir sehen Sie. Sie gehören zu uns. Und Ihre Situation ist uns nicht gleichgültig.“
Das Grillfest fand im Lotsenhaus der TAS Norderstedt statt und wurde gemeinsam mit der Diakonie Schleswig-Holstein, dem Diakonischen Werk Hamburg-West/Südholstein sowie der TAS Norderstedt ausgerichtet. Für die musikalische Gestaltung sorgte „Akkordarbeit – Die reisenden Musikpädagogen“.
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