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17. September 2026 – Plenum

Auszubildende bekommen ein Azubiwerk

Unterstützung und vielleicht einen Platz im Wohnheim – was Studierende beim Studentenwerk erwarten können, sollen Auszubildende im Norden bald beim Azubiwerk finden. Schleswig-Holstein könnte bundesweit zum Vorreiter werden.

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Tobias Koch (CDU): „Auszubildende brauchen in der Nähe ihres Ausbildungsbetriebs bezahlbaren Wohnraum.“
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In 1. Lesung hat der Landtag über den Gesetzentwurf zur Einrichtung eines Auszubildendenwerks in Schleswig-Holstein beraten. Das Azubiwerk soll nach dem Vorbild des Studentenwerks arbeiten und Auszubildende unter anderem bei der Wohnungssuche und mit Beratungsangeboten unterstützen. Darauf verwies Tobias Koch (CDU) in seiner Rede. „Ein Meister ist genauso viel wert wie ein Master!“, sagte der Fraktionsvorsitzende. Das Studentenwerk unterstütze Studierende seit über 50 Jahren ganz selbstverständlich bei der Wohnungssuche. „Auch Auszubildende finden ihren Wunschausbildungsplatz nicht immer direkt am Wohnort ihrer Eltern“, so Koch. „Auch Auszubildende brauchen deshalb in der Nähe ihres Ausbildungsbetriebs bezahlbaren Wohnraum.“ Koch regte an, dass sich Ausbildungsbetriebe an der Finanzierung von Wohnheimen beteiligen könnten. Im Gegenzug könnten sie sich eine bestimmte Zahl an Wohnungen exklusiv für ihre Auszubildenden sichern.

 

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Lasse Petersdotter Munstermann (Grüne): „Bis Anfang nächsten Jahres wollen wir das Azubiwerk auf den Weg bringen.“
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Der Grünen-Fraktionsvorsitzende Lasse Petersdotter Munstermann betonte: „Es sollen keine Doppelstrukturen geschaffen werden.“ Das Azubiwerk soll Auszubildende bei der Wohnungssuche unterstützen und Beratungsangebote bereitstellen. Eine Markt- und Bedarfsanalyse soll bis Ende des Jahres vorliegen. Auf Grundlage der Ergebnisse werden anschließend Standorte für Wohnheime ausgewählt. Petersdotter Munstermann erklärte: „Bis Anfang nächsten Jahres wollen wir das Azubiwerk auf den Weg bringen.“

Strukturen nicht eins zu eins übertragbar

 

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Serpil Midyatli (SPD): „Wir brauchen keine abgeschottete zentralisierte Verwaltungsstruktur in Kiel, sondern eine landesweit vernetzte Unterstützung.“
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Serpil Midyatli (SPD) unterstützte das Ziel, die Lebens- und Wohnsituation von Auszubildenden zu verbessern. Die Fraktionsvorsitzende warnte aber: „Gleichwertigkeit lässt sich nicht erreichen, indem die Strukturen aus dem Hochschulbereich eins zu eins auf Auszubildende übertragbar werden.“ Das Azubiwerk müsse der Lebensrealität der Auszubildenden entsprechen. „Die Auszubildenden müssen die Berufsschulen ebenso wie die Ausbildungsbetriebe erreichen“, so Midyatli. „Wir brauchen keine abgeschottete zentralisierte Verwaltungsstruktur in Kiel, sondern eine landesweit vernetzte Unterstützung.“

 

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Forderte ein „differenziertes und dezentrales Unterstützungsangebot für Schleswig-Holstein“: Sybilla Nitsch (SSW).
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Auch die SSW-Abgeordnete Sybilla Nitsch forderte ein „differenziertes und dezentrales Unterstützungsangebot für Schleswig-Holstein“. Wohnheime seien möglicherweise eine Lösung für Städte und Oberzentren, weniger jedoch für Inseln und Kleinstädte. Bei Blockunterricht an Berufsschulen seien Internatsplätze eine Möglichkeit, so Nitsch. Diese müssten jedoch anders betrachtet werden als dauerhafter Wohnraum.

Digitale Bildungsangebote an Schulen

 

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Christopher Vogt (FDP): „Das ist fehlgeleiteter Aktionismus.“
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Der FDP-Fraktionsvorsitzende Christopher Vogt äußerte sich ebenfalls kritisch zum Gesetzentwurf der Koalitionsfraktionen. Es brauche keine neue Behörde, die an den Bedürfnissen der Azubis vorbeigehe: „CDU und Grüne wollen bis zu sieben Millionen Euro pro Jahr für ein neues Azubiwerk ausgeben, das sich um Probleme kümmern soll, die die Azubis gar nicht haben.“ Neben Wohnraum bräuchten Azubis mehr digitale Bildungsangebote an Schulen, ein attraktives ÖPNV-Ticket, die gezielte Stärkung betrieblicher Wohnprojekte und geeignete Härtefallregelungen. Vogt bemängelte zudem, dass der Gesetzentwurf dem Landtag bereits vorgelegt werde, bevor die angekündigte Markt- und Bedarfsanalyse vorliege. „Das ist fehlgeleiteter Aktionismus“.

 

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Bildungsministerin Dorit Stenke (CDU): „Mit dem Azubiwerk können wir für unser Flächenland Schleswig-Holstein eine bundesweit nahezu einmalige Struktur schaffen.“
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Bildungsministerin Dorit Stenke (CDU) erklärte, das Azubiwerk werde die nötige Infrastruktur schaffen und zu einem „Dienstleister und Wegbegleiter“ für Azubis werden. „Mit dem Azubiwerk können wir für unser Flächenland Schleswig-Holstein eine bundesweit nahezu einmalige Struktur schaffen.“ Der Entschließungsantrag der Fraktionen von SSW und SPD wurde, unter Enthaltung der FDP, vom Landtag angenommen. Der Gesetzentwurf der Fraktionen von CDU und Grünen, sowie der Änderungsantrag des SSW, wurden zur weiteren Beratung an den Bildungsausschuss überwiesen. 

 

Auszubildende sollen künftig Unterstützung durch ein Azubiwerk bekommen. Ein entsprechender Gesetzentwurf der Fraktionen von CDU und Grünen wird in 1. Lesung ins Plenum eingebracht. Die neue Einrichtung solle ähnlich arbeiten wie das Studentenwerk, das Studierende unterstützt, hat der Fraktionsvorsitzende der Grünen im Landtag, Lasse Petersdotter, gemeinsam mit Bildungsministerin Dorit Stenke (CDU) angekündigt. Das Azubiwerk bekomme die Form einer Anstalt des öffentlichen Rechts. Das Land zahlt jährlich sieben Millionen Euro. Zu den Aufgaben des Azubiwerks soll gehören, Lehrlingen bezahlbaren Wohnraum bereitzustellen, zum Beispiel in Azubi-Wohnheimen.

„Mit dem Azubiwerk schaffen wir eine deutschlandweit einmalige Struktur in Schleswig-Holstein“, sagte Petersdotter. „Ausbildung verdient denselben Rückhalt wie ein Studium.“ Der Grünen-Fraktionschef kündigte auch eine Azubistarthilfe an. Auszubildende, die aus einer Bedarfsgemeinschaft in ihre erste Ausbildung starten, also Bürgergeld beziehen, sollen einmalig 350 Euro bekommen. Mit der entsprechenden Studienstarthilfe habe man gute Erfahrungen gemacht, so Petersdotter. Außerdem soll das Azubiwerk ein breites Beratungsangebot bieten.

SSW unterstützt Projekt mit eigenem Antrag

Grundsätzliche Unterstützung für das Auszubildendenwerk kommt aus der SSW-Fraktion. Bei der konkreten Ausgestaltung müsse allerdings stärker berücksichtigt werden, dass sich die Lebensbedingungen und Unterstützungsbedarfe von Auszubildenden erheblich unterscheiden. „Wohnungsmärkte, Ausbildungsstrukturen, Mobilitätsanforderungen und bestehende Unterstützungsangebote stellen sich in den verschiedenen Regionen des Landes unterschiedlich dar“, heißt es in einem Antrag. Das Azubiwerk müsse deshalb seine Angebote landesweit zugänglich, zugleich aber regional bedarfsgerecht ausgestalten. In einem weiteren Antrag fordert der SSW deshalb, eine von der Landesregierung angekündigte Markt- und Bedarfsanalyse zur Situation der Auszubildenden müsse den zuständigen Gremien des Landtages „unverzüglich nach Fertigstellung zur Verfügung gestellt“ werden

TOP 11:

Gesetzentwurf der Fraktionen von CDU und Bündnis 90/Die Grünen:

Änderungsantrag der Fraktion des SSW:

Entschließungsantrag der Fraktion des SSW