Mit Blick auf die Ende August veröffentlichten Negativ-Ergebnisse der jüngsten PISA-Studie hat die SPD eine Aktuelle Stunde unter dem Titel „PISA-Alarm – keine Zeit für Bildungsabbau, Bildung braucht Priorität“ beantragt. „Die Landesregierung muss Bildung endlich zur obersten Priorität machen und unsere Schulen besser unterstützen“, so die Fraktionsvorsitzende Serpil Midyatli in einer Pressemitteilung. Bildungsministerin Dorit Stenke (CDU) ließ verlauten, die Ergebnisse kämen nicht überraschend, und sie seien „ganz und gar nicht zufriedenstellend“.
Bei der PISA-Studie werden weltweit 15-Jährige auf Lese- und Rechenfähigkeiten sowie ihr Wissen in den Naturwissenschaften getestet. Bei den 2025 vorgenommenen Tests haben die teilnehmenden Jugendlichen in Deutschland „die niedrigsten Kompetenzwerte seit Beginn der PISA-Erhebungen erzielt“, heißt es in der neuen Ausgabe der internationalen Vergleichsstudie. Aus Schleswig-Holstein hatten neun Schulen teilgenommen, sie landeten im bundesweiten Vergleich im Mittelfeld.
Mathematik und Lesekompetenz besonders betroffen
Der Anteil der in den drei Bereichen besonders leistungsstarken Schüler beläuft sich demnach in der Bundesrepublik auf nur 14 Prozent. Dagegen liegt der Anteil der besonders leistungsschwachen Schüler bei fast 21 Prozent. Aber nicht nur Deutschland hat mit einem Negativtrend zu kämpfen, das Problem betrifft viele Staaten. So sind insbesondere die Werte für Mathematik und Lesekompetenz in den letzten beiden PISA-Studien eingebrochen. Dazu heißt es in der Studie: „Dieser Trend ist insofern besonders besorgniserregend, als Lesekompetenz eine Grundvoraussetzung für das Lernen in allen anderen Fächern ist. In einer zunehmend digitalen Welt ist Lesekompetenz von entscheidender Bedeutung, um Informationen zu finden, zu bewerten, zu interpretieren und über sie zu reflektieren.“
Besonders gut schneiden dagegen die verschiedenen Regionen Chinas ab. An der Spitze stehen die Städte Peking, Shanghai und die Provinzen Jiangsu und Zhejian - dort gelten rund 56 Prozent der Schülerinnen und Schüler als besonders leistungsstark. Dahinter folgen Singapur, das ebenfalls zu China gehörende Macau, Taiwan und Japan. An der PISA-Erhebung 2025 haben mehr als 760.000 Jugendliche teilgenommen, darunter etwa 7.600 aus Deutschland. Sie stehen stellvertretend für rund 33 Millionen 15-Jährige aus 91 Ländern und Volkswirtschaften. Die Abkürzung PISA steht für das „Programme for International Student Assessment“, die Untersuchung wird seit 2001 von der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) ausgerichtet.